Dez 19

Vor über 150 Jahren wurde die Bedeutung der Händedesinfektion zur Verhinderung der Krankheitsübertragung entdeckt. Seit dem hat sich nicht nur die Durchführung der Händedesinfektion, sondern auch die Zusammensetzung der Händedesinfektionsmittel stark gewandelt. Während ganz zu Anfang Chlorkalk als Händedesinfektionsmittel verwendet wurde, haben sich heute Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis durchgesetzt, weil diese eine viel bessere Hautverträglichkeit aufweisen. In der Medizin dürfen lediglich Händedesinfektionsmittel zur Anwendung kommen, die sowohl geprüft als auch gelistet sind. Händedesinfektionsmittel sind das effektivste und wichtigste Mittel um die Übertragung von Krankheitserregern von Patient zu Patient zu verhindern und dienen darüber hinaus dem Eigenschutz der im Gesundheitswesen beschäftigten Personen. Händedesinfektionsmittel sollten vor und nach jedem Patientenkontakt verwendet werden, um eine Keimverschleppung zu verhindern und somit der Übertragung von Infektionskrankheiten vorzubeugen. Je nach Tätigkeit wird mit dem Händedesinfektionsmittel entweder die hygienische oder die chirurgische Händedesinfektion durchgeführt. Händedesinfektionsmittel werden häufig vom Anwender selbst umgefüllt, was aber meist unzulässig ist, da nur unter aseptischen Bedingungen umgefüllt werden darf um eine Sporenfreiheit gewährleisten zu können.

Zusammensetzung der Händedesinfektionsmittel

Die modernen Händedesinfektionsmittel haben meist eine Alkohol-Basis, wie z.B. Ethanol oder 2-Propanol. Händedesinfektionsmittel enthalten nie reinen Alkohol, sondern immer ein Alkohol-Gemisch, da reiner Alkohol eine weniger gute antimikrobielle Wirksamkeit hat als verdünnter Alkohol. Da alkoholische Händedesinfektionsmittel die Haut austrocknen können, sind sie meist mit speziellen rückfettenden Substanzen versetzt, die Irritationen und das Austrocknen der Haut vermeiden. Auch können alkoholische Händedesinfektionsmittel mit Pflegestoffen versetzt sein, die eine Langzeitanwendung des Desinfektionsmittels für den Anwender angenehmer machen. Es gibt auch Präparate auf Basis von Chlor oder Peressigsäure, allerdings werden die alkoholbasierten Händedesinfektionsmittel bei weitem am häufigsten verwendet. Für Anwender, die zu Allergien neigen, stehen spezielle Händedesinfektionsmittel zur Verfügung, die frei von Parfums oder Farbstoffen sind.

Anwendungsbereiche der Händedesinfektionsmittel

Händedesinfektionsmittel werden verwendet, um eine Keimübertragung von Patient zu Patient zu verhindern und den Anwender selbst vor infektiösen Keimen zu schützen. Empfohlen wird die Durchführung der Händedesinfektion in folgenden Fällen:

  • vor und nach jedem Patientenkontakt
  • vor und nach jedem Verbandswechsel, jeder Blutentnahme und jeder Tätigkeit, bei der der Kontakt mit Blut, Sekreten oder Exkreten gegeben ist
  • nach dem Kontakt mit potentiell kontaminierten Flächen, Gegenständen oder Personen
  • nach dem Ausziehen von Einmalhandschuhen
  • vor sämtlichen Invasiven Eingriffen, von der Punktion bis hin zur OP

Je nach Tätigkeit ist entweder die hygienische oder die chirurgische Händedesinfektion durchzuführen.

Anwendungsform der Händedesinfektionsmittel

Händedesinfektionsmittel Bei der Verwendung von Händedesinfektionsmitteln kann man die hygienische von der chirurgischen Händedesinfektion unterscheiden. Diese beiden Arten der Händedesinfektion unterscheiden sich vor allem in der Menge des verwendeten Desinfektionsmittels, in der Anwendungsdauer und in dem desinfizierten Bereich. Die meisten Händedesinfektionsmittel sind sowohl für die hygienische als auch für die chirurgische Händedesinfektion geeignet – beachten Sie jedoch immer die Anwendungshinweise des Herstellers! Die einzelnen Händedesinfektionsmittel unterscheiden sich nämlich nicht nur in der Zusammensetzung und in den Anwendungsgebieten, sondern auch in der Dauer der Einwirkzeit und im Wirkspektrum. Weder bei der hygienischen noch bei der chirurgischen Händedesinfektion dürfen Schmuckstücke, wie z.B. Ringe, Armbänder oder Uhren getragen werden. Auch künstliche Fingernägel, Nagellack und lange natürliche Fingernägel bieten einen Nistplatz für Keime und beeinträchtigen die Wirkung des Händedesinfektionsmittels negativ. Aus diesem Grund ist auf sämtliche der genannten Dinge während der Arbeitszeit kategorisch zu verzichten. Händedesinfektionsmittel werden zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen möglichst aus entsprechenden Armhebel-Wandspendern oder berührungsfreien Handspendern entnommen.

  • Die hygienische Händedesinfektion

Die hygienische Händedesinfektion wird bei allen Anlässen ausgeführt, die keinen invasiven Charakter haben. Für diese Form der Händedesinfektion werden ca. 2-3ml Händedesinfektionsmittel benötigt und eine Einwirkzeit von 30 Sekunden sollte keinesfalls unterschritten werden. Um sicherzustellen, dass auch schwer zu erreichende Stellen mit Händedesinfektionsmittel benetzt werden, erfolgt die hygienische Händedesinfektion in 6 Schritten, bei denen alle Bereiche der Hände von den Fingerzwischenräumen bis hin zur Nagelfalz ausreichend vom Händedesinfektionsmittel erreicht werden. Die hygienische Händedesinfektion wird nur dann in Verbindung mit einer Händewaschung durchgeführt, wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind. Das Händedesinfektionsmittel wird immer auf die trockenen Hände gegeben und die Hände solange mit dem Desinfektionsmittel nachbefeuchtet, bis die Einwirkzeit beendet ist.

  • Die chirurgische Händedesinfektion 

Die chirurgische Händedesinfektion wird vor allen invasiven Eingriffen und OPs durchgeführt. Im Gegensatz zur hygienischen Händedesinfektion werden bei der chirurgischen Händedesinfektion auch die Unterarme bis hinauf zum Ellenbogen mitdesinfiziert. Für die chirurgische Händedesinfektion werden mindestens 2 x 5ml Händedesinfektionsmittel verwendet und die Einwirkzeit beträgt mindestens 1-3 Minuten. Auch hier muss die Herstellerinformation des Händedesinfektionsmittels vor der Anwendung gründlich gelesen werden. Auch die chirurgische Händedesinfektion erfolgt in 6 Schritten um eine Benetzung aller Flächen zu gewährleisten. Vor der chirurgischen Händedesinfektion ist eine Händewaschung durchzuführen, wenn die Hände eine sichtbare Verschmutzung aufweisen, ansonsten kann die Händewaschung zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt sein. Während zum Anfang der Händedesinfektion noch bis hinauf zu den Ellenbogen gearbeitet wurde, werden gegen Ende der chirurgischen Händedesinfektion nur noch die Hände eingerieben. Das Feuchthalten der Hände mit Händedesinfektionsmittel während des kompletten Desinfektionsvorgangs ist unerlässlich. Die chirurgische Händedesinfektion erfolgt wie die hygienische Händedesinfektion auf der trockenen Haut.

Händedesinfektionsmittel – häufig verwendete Produkte

Es gibt eine große Auswahl verschiedener Händedesinfektionsmittel von diversen Firmen, wie Bode, Schülke & Mayr oder Dr. Trippen. Die Händedesinfektionsmittel unterscheiden sich vor allem in Zusammensetzung, Einwirkzeit und Wirkspektrum. Viele Händedesinfektionsmittel sind sowohl für die hygienische als auch für die chirurgische Händedesinfektion geeignet. Um auch Allergikern die Anwendung von Händedesinfektionsmitteln zu ermöglichen, sind auch spezielle Händedesinfektionsmittel für Allergiker erhätlich, bei denen z.B. auf die Verwendung von Farb-, Konservierungs- oder Duftstoffen verzichtet wurde. Besonders bekannte Händedesinfektionsmittel sind z.B. Sterillium von Bode, SoftaMan von B.Braun oder Desderman von Schülke & Mayr.

Leave a Reply

preload preload preload
Blog Top Liste - by TopBlogs.de