Dez 22

Hautdesinfektionsmittel werden zur Desinfektion der Haut verwendet, um eine Verschleppung von Keimen bei der Durchbrechung der Hautbarriere im Zuge von invasiven Eingriffen zu verhindern. Die Haut ist mit verschiedenen Mikroorganismen besiedelt, die als residente Hautflora bezeichnet werden. Diese Mikroorganismen schützen die Haut und sind nützlich, solange die Hautbarriere nicht verletzt wird. Durch invasive Eingriffe, wie z.B. Operationen, Injektionen, Punktionen oder ähnliches können diese Keime allerdings in den Organismus eindringen und zu Infektionen führen. Neben der residenten Hautflora gibt es auch noch die transiente Hautflora, die aus hautfremden, vorübergehend anwesenden Keimen besteht, die potentiell pathogen sind. Hautdesinfektionsmittel werden verwendet um die residente und transiente Hautflora zu zerstören und dadurch dafür zu sorgen, dass bei invasiven Eingriffen keine Keime mit in die Wunde eindringen.

Zusammensetzung der Hautdesinfektionsmittel

Die meisten Hautdesinfektionsmittel sind alkoholbasiert und sind, ähnlich wie Händedesinfektionsmittel, nicht konzentriert, sondern mit Wasser versetzt, um eine bessere Wirkung zu erzielen. Hautdesinfektionsmittel enthalten in der Regel keine rückfettenden oder pflegenden Stoffe, da sie nicht wie Händedesinfektionsmittel regelmäßig verwendet werden. Allerdings können Hautdesinfektionsmittel gefärbt sein um das Desinfektionsfeld bei Operationen deutlich zu kennzeichnen.

Anwendungsbereiche der Hautdesinfektionsmittel

Hautdesinfektionsmittel werden immer dann angewendet, wenn eine Keimverschleppung durch eine Durchbrechung der Hautbarriere zu einer Infektion führen könnte.

Beispiele für die Anwendung von Hautdesinfektionsmitteln

  • Injektion (s.c., i.m., i.v.)
  • Blutentnahme
  • Punktion (z.B. Gelenk)
  • Invasiver Eingriff (z.B. OP)

Anwendungsform der Hautdesinfektionsmittel

Hautdesinfektionsmittel können auf verschiedene Arten aufgebracht werden. Am häufigsten kommt wohl die Sprühdesinfektion mit Hilfe einer Sprühflasche zum Einsatz. Dabei wird das Hautdesinfektionsmittel auf die betroffene Hautpartie aufgesprüht und die Stelle während der Einwirkzeit durch Nachsprühen feucht gehalten. Es ist auch möglich das Hautdesinfektionsmittel mit einem sterilen Tupfer als Wischdesinfektion aufzutragen. Dies kommt meist bei operativen Eingriffen zur Anwendung. Bei der Hautdesinfektion ist immer auf eine vollständige und ausreichende Benetzung der Haut zu achten.

Hautdesinfektionsmittel Hinsichtlich der Einwirkzeit des Hautdesinfektionsmittels muss man talgdrüsenreiche von talgdrüsenarmen Arealen unterscheiden. Diese beiden Areale benötigen jeweils eine sehr unterschiedliche Einwirkzeit des Hautdesinfektionsmittels. Während auf der talgdrüsenarmen Haut (alle wenig behaarten Körperstellen, wie z.B. Hände) nur eine relativ kurze Einwirkzeit von ca. 15 bis 60 Sekunden notwendig ist (es sind in jedem Fall die Herstellerangaben zu beachten!), muss das Hautdesinfektionsmittel auf talgdrüsenreicher Haut (Gesicht, Genitalien, Brustbereich) mindestens 10 Minuten einwirken, egal um welchen Eingriff es sich handelt.

Hautdesinfektionsmittel – häufig verwendete Produkte

Hautdesinfektionsmittel sind in vielen verschiedenen Ausführungen erhältlich. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Zusammensetzung, sondern auch in der Einwirkzeit und der Farbe. Während die meisten Hautdesinfektionsmittel farblos sind, gibt es auch gefärbte Hautdesinfektionsmittel, die eine Markierung des Desinfektionsfelds ermöglichen. Ein solches Hautdesinfektionsmittel ist z.B. Cutasept G von Bode. Ein beliebtes Hautdesinfektionsmittel mit besonders kurzer Einwirkzeit ist Cutasept F.

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