Dez 29
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Für viele medizinische Untersuchungen und Behandlungen werden Instrumente benötigt, die nach dem Gebrauch allerdings mit Keimen behaftet sein können. Da die erneute Verwendung dieser Instrumente beim nächsten Patienten eine Infektion auslösen könnte, müssen die Instrumente vor der erneuten Verwendung zunächst aufbereitet werden. Die Aufbereitung der Instrumente erfolgt in mehreren Schritten. Welche Schritte bei den einzelnen Instrumenten notwendig sind, hängt davon ab, zu welcher Risikogruppe die Instrumente gezählt werden. So benötigen Instrumente, die nur mit der Haut, nicht aber mit Blut oder sonstigen potentiell infektiösen Materialien in Berührung kommen, keine Sterilisation. Instrumente, die z.B. bei OPs eingesetzt werden, müssen nicht nur gereinigt und desinfiziert, sondern auch sterilisiert werden. Für die Desinfektion von Instrumenten werden die so genannten Instrumentendesinfektionsmittel verwendet.

 

Zusammensetzung der Instrumentendesinfektionsmittel

Instrumentendesinfektionsmittel basieren z.B. auf einem der folgenden Inhaltsstoffe

  • Quartäre Ammoniumverbindungen
  • Aldehyde
  • Alkohole
  • Phenole

Bei Instrumentendesinfektionsmitteln handelt es sich häufig um Kombinationspräparate, die sowohl eine reinigende, als auch desinfizierende Wirkung haben. Aus diesem Grund haben viele Instrumentendesinfektionsmittel zusätzliche Inhaltsstoffe, wie z.B. Tenside. Bei der Instrumentendesinfektion wird eher Wert darauf gelegt, dass ein neutraler bis angenehmer Geruch erreicht wird, deswegen sind Instrumentendesinfektionsmittel fast immer mit Duftstoffen versehen.

Anwendungsgebiete der Instrumentendesinfektionsmittel

Die Instrumentendesinfektion wird bei allen Instrumenten angewandt, die potentiell mit pathogenen Keimen kontaminiert sind. Ziel der Instrumentendesinfektion ist es, die Keime in einen Zustand zu versetzen, in dem sie nicht mehr infizieren können. Die Behandlung mit Instrumentendesinfektionsmitteln kommt bei sämtlichen chirurgischen Instrumenten, bei Verbandscheren, Tuben und Bohraufsätzen sowie, wenn vom Hersteller vorgesehen, z.B. auch bei Ohrtrichtern zum Einsatz. Je nach Risikobewertung der Instrumente ist darüber hinaus eine Sterilisation notwendig. Es ist wichtig darauf zu achten, dass die zu desinfizierenden Instrumente und das verwendete Instrumentendesinfektionsmittel kompatibel sind, um Materialschäden auszuschließen. Besonders bei thermolabilen Instrumenten oder bei Endoskopen ist besondere Vorsicht geboten.

Anwendung der Instrumentendesinfektionsmittel

Instrumente werden grundsätzlich im Tauchbad desinfiziert. Dafür wird mit dem Instrumentendesinfektionsmittel in der vom Hersteller vorgegebenen Konzentration eine Lösung angesetzt. Da Instrumentendesinfektions-Bäder nur eine gewisse Standzeit haben, muss beim Ansetzen der Lösung Datum und Uhrzeit von der ausführenden Person für alle Mitarbeiter gut sichtbar vermerkt werden. Bevor die Instrumente in das Desinfektionsbad gegeben werden, ist eine grobe Reinigung notwendig. Das bedeutet, dass grobe Verschmutzungen vorsichtig entfernt werden. Selbstverständlich müssen während der gesamten Zeitspanne – vom Ansetzen der Instrumentendesinfektionslösung bis hin zum Einlegen der Instrumente in das Tauchbad spezielle Laborhandschuhe, gegebenenfalls auch ein Schutzkittel und eine Schutzbrille, getragen werden. Die Instrumente sollten geöffnet in das Tauchbad eingelegt werden, damit das Instrumentendesinfektionsmittel auch schwer erreichbare Stellen umspült. Falls es Stellen gibt, die ohne weiteres nicht vom Instrumentendesinfektionsmittel erreicht werden können, müssen diese durchgespült werden.

Einige Instrumentendesinfektionsmittel können auch im Ultraschallbad angewendet werden. Diese Methode ist durch die Erwärmung des Tauchbads in Verbindung mit der hochfrequenten Ultraschallschwingung besonders effektiv.

Allgemein gilt: für die Instrumentendesinfektion im Tauchbad wird kaltes Wasser (höchstens Raumtemperatur), für die Reinigung im Ultraschallbad warmes Wasser (40°C oder mehr) verwendet.

Die Instrumente müssen nach der Desinfektion (hier bitte Herstellerangaben über die Dauer der Desinfektion beachten!) mit klarem oder destilliertem Wasser gründlich gespült werden. Liegen noch hartnäckige Verschmutzungen vor, sind diese vorsichtig mit einem Instrumentenbürstchen zu entfernen. Die Instrumente müssen in diesem Fall erneut desinfiziert werden. Die übrigen Instrumente werden getrocknet, auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüft, mit Instrumentenpflegemitteln behandelt und gegebenenfalls der Sterilisation zugeführt.

Instrumentendesinfektionsmittel – häufig verwendete Produkte

Da bei der Dosierung der Instrumentendesinfektionsmittel eine genaue Konzentration eingehalten werden muss, sind Instrumentendesinfektionsmittel mit einer integrierten Dosiermöglichkeit besonders beliebt. Ansonsten hängt die Wahl des Instrumentendesinfektionsmittels zum großen Teil von der Kompatibilität mit den in der Praxis vorhandenen und zu desinfizierenden Instrumenten sowie dem Preis des Desinfektionsmittels ab. Bekannte Hersteller von Instrumentendesinfektionsmitteln sind z.B. Bode, schuelke, B.Braun und Dr. Trippen. Bekannte und beliebte Instrumentendesinfektionsmittel sind unter anderem Korsolex, Helipur, Bomix und Sekusept.

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