Sep 28

Die Grippeimpfung ist eine jährlich durchführbare Schutzimpfung, die den Patienten vor einer Infektion mit den gefährlichen Influenza Viren und somit vor der „Echten Grippe“ schützen soll. Doch wie sinnvoll ist die Grippeimpfung tatsächlich? Welche Nebenwirkungen treten auf und vor allem: Schützt die Grippeimpfung tatsächlich?

 

Wie funktioniert die Grippe-Impfung?

Die Grippeimpfung enthält meist inaktivierten Influenza-Spaltimpfstoff. Dieser Stoff kann keine Grippe verursachen, bewirkt aber, dass das Immunsystem Antikörper gegen den Influenza-Virus bildet. Auf diese Weise kann der Körper bei einer Infektion mit echten Influenza-Viren sofort reagieren und die Grippe bricht im besten Fall erst gar nicht aus.

Bis ein Impfschutz aufgebaut ist, vergehen in der Regel ca. 14 Tage. Da die meisten Grippefälle im Winter auftreten (die ersten Fälle meist im Dezember), sollte die Grippeimpfung zwischen September und November erfolgen.

Die Grippeimpfung hält ca. ein halbes Jahr und sollte jedes Jahr erneuert werden.

 

Kleiner Pieks – große Wirkung

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Grippeimpfung wird für Menschen empfohlen, die ein geschwächtes Immunsystem haben oder die berufsbedingt häufig mit Grippekranken in Berührung kommen.

Die Impfempfehlung gilt vor allem für Säuglinge, alte Menschen (ab 60 Jahre), Patienten mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere und Mitarbeiter des Gesundheitswesens.

 

Warum wird jedes Jahr ein neuer Grippeimpfstoff verwendet?

Die Grippeimpfung ist jedes Jahr anders. Das resultiert aus der ständigen Mutation der Virenstämme. Jedes Jahr wird der Grippeimpfstoff deswegen an die häufigst kursierenden Typen angepasst. Die Immunität nach einer Grippeimpfung bezieht sich also nicht auf alle Stämme und Varianten. Nur gegen die in der Grippeimpfung enthaltenen Varianten des Influenza-Virus besteht eine Immunität. Daraus resultiert, dass auch ein grippegeimpfter Mensch an einer Influenza erkranken kann.

 

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei der Verwendung eines Totimpfstoffs kann die Grippeimpfung selbst keine Influenza auslösen. Allerdings treten, wie bei anderen Impfungen auch, immer wieder verschiedene Nebenwirkungen auf. Häufig sind lokale Impfreaktionen, wie z.B. Rötung und Schwellung der Einstichstelle und Schmerzen. Es können auch Allgemeinbeschwerden, wie z.B. Fieber, Gliederschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Diese Beschwerden sind meist bei Patienten zu beobachten, die noch keinerlei Influenza-Antikörper haben. Auch eine allergische Reaktion auf das im Impfstoff enthaltene Hühnereiweiß ist denkbar.

 

Ab 60 Jahren empfohlen: die Grippeimpfung

Was macht die Influenza so gefährlich?

Das gefährliche an einer Influenza sind oft nicht die Influenza-Viren, sondern die Bakterien, die bei der Influenza-Infektion leichtes Spiel haben. Während der Körper mit der Bekämpfung der Influenza-Viren beschäftigt ist, können Bakterien eine so genannte Sekundärinfektion auslösen. Diese Sekundärinfektionen können z.B. zu Gehirnentzündungen oder Herzmuskelentzündungen führen. Aber auch ohne eine Sekundärinfektion kann die Influenza bei immungeschwächten oder vorerkrankten Menschen zum Tod führen.

 

Impfung ja oder nein?

Die Grippeimpfung wird von der STIKO (Ständige Impfkomimission) für alle Patienten ab 60 Jahren sowie für bestimmte Patientengruppen (Schwangere ab dem 2. Trimenon, Risikopatienten, Bewohner von Alters- und Pflegeheimen) empfohlen. Die Effektivität der Grippeimpfung liegt, je nach Personengruppe, zwischen 30% und 90%. Aber auch wenn die Grippeimpfung nicht vor der Infektion an sich schützt, wurde nachgewiesen, dass sie den Verlauf abschwächt und den Patienten vor den häufigsten Komplikationen schützt. Ob eine Grippeimpfung notwendig und sinnvoll ist, sollte im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

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Sep 15

EinmalspritzenWie bei allen Dingen, so gilt auch beim medizinischen Verbrauchsmaterial: Erst informieren dann kaufen. Das gilt vor allem für Produkte, die sie jeden Tag benötigen, wie z.B. Einmalspritzen.

Bei den Einmalspritzen gibt es ganz entscheidende Unterschiede – diese beziehen sich nicht nur auf den Verwendungszweck, sondern auch auf das Handling und die Kombinierbarkeit mit anderen Produkten.

Einmalspritzen – der Aufbau

Bei den Einmalspritzen kann man zwischen 2- und 3-teiligen Spritzen unterscheiden. 2-teilige Spritzen bestehen aus einem Zylinder und einem Kolben, 3-teilige haben zusätzlich noch einen Gummistopfen am unteren Ende des Kolbens. Durch diesen Gummistopfen sind die Einmalspritzen nicht nur leichtgängiger – kleinere Medikamentenmengen lassen sich auch viel besser injizieren. Deswegen ist es vor allem bei kleinlumigen Einmalspritzen sinnvoll 3-teilige Spritzen zu verwenden.

 

Einmalspritzen – der Ansatz

Um die Einmalspritze mit der gewünschten Kanüle kombinieren zu können, ist es natürlich wichtig, dass die beiden Produkt aufeinanderpassen. Aus diesem Grund sind sowohl Spritzen als auch Kanülen in der Regel mit einem genormten Luer-An- bzw. Aufsatz versehen. Neben dem Luer-Ansatz gibt es auch noch den Luer-Lock-Ansatz. Dieser Ansatz wird nicht aufgesteckt, sondern aufgeschraubt und hält dadurch besonders sicher. Luer-Lock-Ansätze machen vor allem dann Sinn, wenn ein Abrutschen verhindert werden muss – wie bei der intravenösen Injektion.

 

Einmalspritzen mit Kanüle

Einige Hersteller bieten Einmalspritzen auch mit bereits aufgesetzter Kanüle an. Vor allem bei Insulinspritzen ist dieses Verfahren beliebt. Das mag vor allem daran liegen, dass die für die Insulingabe benötigten Kanülen Spezialkanülen sind, die eher selten in der Praxis vorrätig sind. In der Regel ist es allerdings besser Einmalspritzen und Kanülen einzeln zu kaufen, da die Kanüle in Abhängigkeit vom Verwendungszweck (intramuskuläre, intravenöse, subkutane Injektion) ausgewählt wird.

 

Einmalspritzen – die Größe

Natürlich ist es nicht sinnvoll für eine 2ml Injektion eine 20ml Einmalspritze zu verwenden. Deswegen sollten Einmalspritzen immer in einer Auswahl verschiedener Größen vorgehalten werden. Die meisten Praxen bevorraten 2ml, 5ml, 10ml und 20ml Spritzen. Größere Spritzen werden normalerweise nur für Wundspülungen oder ähnliches verwendet und kommen nicht so häufig zum Einsatz.

 

Der Sicherheitsaspekt

Um Nadelstichverletzungen zu vermeiden gibt es bei Fertigspritzen (Einmalspritzen mit aufgesetzter Nadel) ebenso wie bei den normalen Einmalspritzen Systeme, die die Sicherheit des Anwenders optimieren sollen. Bei den Fertigspritzen handelt es sich in der Regel um Schutzschilde oder Clips, die vor die Nadel geschoben werden. Bei den regulären Einmalspritzen sind Sicherheitsspritzen noch nicht sehr verbreitet. Es gibt z.B. ein Sicherheits-System von Dispomed Witt, bestehend aus Einmalspritzen und passenden Sicherheitskanülen, nach deren Verwendung die Kanüle in das Innere der Einmalspritze hineingezogen werden kann. Die Einmalspritzen können auch mit anderen Kanülen verwendet werden – die Sicherheitskanülen funktionieren allerdings nur in Verbindung mit diesen speziellen Sicherheits-Einmalspritzen.

 

Welche Einmalspritzen Sie also benötigen, hängt vor allem davon ab, welche Injektionen Sie durchführen, wie groß die Injektionsmenge ist und mit welchen Kanülen Sie die Injektionen durchführen. Denken Sie beim Kauf der Einmalspritzen immer daran, dass es sich um Sterilprodukte handelt, die ein Verfallsdatum haben. Eine unangemessene Bevorratung kann dazu führen, dass die Einmalspritzen ablaufen und entsorgt werden müssen.

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Aug 23

Herbstzeit ist Impfzeit

Der Herbst steht vor der Tür. Die Tage werden kürzer, es kühlt langsam aber stetig ab – bald ist die Zeit der Schals und Handschuhe gekommen und natürlich auch die Erkältungszeit.

Die Zeit zwischen September und November ist die perfekte Zeit zur Durchführung der Grippeimpfung. Dass die Impfung ausgerechnet in dieser Zeit durchgeführt wird, hat einen bestimmten Grund. Das Infektionsrisiko an kalten, nassen Tagen ist deutlich höher als in den Sommermonaten. Die Grippeimpfung benötigt in der Regel 14 Tage um einen wirksamen Infektionsschutz aufzubauen. Die Impfung wird also Anfang Herbst durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Patienten in der kritischen Zeit ausreichend vor einer Infektion mit den Influenza-Viren geschützt sind.

Impfen will vorbereitet sein – von Fertigspritzen und Verbrauchsmaterial

 

Der Grippe-Impfstoff ist in verschiedenen Abpackungen erhältlich. Er kann, je nach Hersteller, als Fertigspritze mit oder ohne Kanüle oder in der Durchstechflasche geordert werden.

Viele Ärzte bevorzugen Fertigspritzen ohne Kanülen und verwenden zur Injektion ihre eigenen, gewohnten Einmalkanülen. Aber auch die Applikation des Impfstoffes aus Durchstechflaschen mit eigenen Spritzen und Kanülen ist durchaus üblich und bietet einige Vorteile.

Für die Impfung wird aber nicht nur die Impfspritze selbst, sondern auch diverses Zubehör, wie z.B. Injektionspflaster, Tupfer und Hautdesinfektionsmittel benötigt. Die Entsorgung der gebrauchten Kanülen sollte in einem Kanülensammler entsorgen. Da während der Impfsaison die Anzahl an benötigtem Verbrauchsmaterial enorm steigen kann, sollten Ärzte, die Impfaktionen durchführen, sich frühzeitig mit den benötigten Produkten eindecken.

Impfzubehör bei Praxisdienst günstig bestellen

 

Praxisdienst hat aus diesem aktuellen Anlass eine neue Themenwelt „Impfzeit“ eingerichtet. In dieser Themenwelt finden Ärzte alles, was sie zur Durchführung der Grippeimpfung benötigen. Von Tupfern über Hautdesinfektionsmittel bis hin zu Kanülen, Spritzen und Kanülensammlern zum Entsorgen der benutzten Kanülen. Außerdem finden Sie in der Themenwelt auch Tischprospektständer, mit denen Sie Ihren Patienten Informationen rund um die Grippeimpfung zur Verfügung stellen können.

Mit Praxisdienst sind Sie perfekt vorbereitet, wenn die Impfwelle so richtig ins Rollen kommt.

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Jul 03

Kanülen sind aus dem ärztlichen Alltag einfach nicht wegzudenken. Ob bei Impfungen, Wundspülungen, Anästhesien oder Punktionen – Kanülen werden in allen Fachrichtungen benötigt. Zwischen den einzelnen Kanülen gibt es allerdings gravierende Unterschiede. Nachfolgend finden Sie die meist verwendeten Kanülen mit den wichtigsten Merkmalen und ihren Verwendungszwecken im Überblick.

Standard-Kanülen

Kanülen in Standard-Größe

Kanülen in Standard-Größen

Unter Standard-Kanülen versteht man Kanülen, die für Impfungen, intramuskuläre Injektionen und zum Teil auch Punktionen verwendet werden. Es handelt sich bei den Standard-Kanülen um Einwegprodukte, die nach der Verwendung vorschriftsgemäß entsorgt werden. Standard-Kanülen sind in einer umfassenden Größenauswahl erhältlich. Um das Auffinden der richtigen Größe zu erleichtern, sind die Kanülen farbcodiert. Beim Kauf von Standard-Kanülen sollte vor allem darauf geachtet werden, ob es sich um Luer-Produkte handelt, damit sichergestellt ist, dass sich die Kanülen mit anderen Luer-Produkten, wie Einmalspritzen, kombinieren lassen.

Venenpunktionskanülen

Venenpunktionskanüle mit Sicherheits-Mechanismus

Die Venenpunktionskanüle, im Fachjargon auch häufig Butterfly genannt, wird zur Verabreichung von Infusionen, zur intravenösen Medikamentengabe sowie zur Blutentnahme bei schwer punktierbaren Venen verwendet. Venenpunktionskanülen bestehen aus einer Hohlnadel, die mit einem Schlauch verbunden ist sowie 2 Kunststoffflügeln, an denen die Kanüle geführt und fixiert werden kann. Auch Venenpunktionskanülen sind Einwegprodukte und auch sie sind in verschiedenen Größen erhältlich und farblich codiert. Beim Kauf der Venenpunktionskanüle sollte darauf geachtet werden, dass ein Luer-Lock Anschluss vorhanden ist, um sicherzustellen, dass z.B. bei einer Infusion die Kanüle nicht vom Infusionsbesteck abrutscht.

Venenverweilkanüle

Braunüle von B.Braun

Die Venenverweilkanüle, auch Venenkatheter, Braunüle oder Venüle genannt (wobei Braunüle ursprünglich das Produkt von B.Braun bezeichnet) ist eine Kanüle zur Punktion der Vene und zur Verabreichung von Infusionen. Venenverweilkanülen bestehen aus 2 Teilen – der Kanüle mit der die Vene punktiert wird und dem Katheter, der in der Vene verbleibt. Ein Venenkatheter kann problemlos mehrere Tage in der Vene liegen, wird aber, wenn keine Infusion anhängt, mit einem Mandrin verschlossen. Auch Venenverweilkanülen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich und mit einer farblichen Codierung versehen. Zur Fixierung von Venenverweilkanülen sind spezielle Kanülenpflaster erhältlich.

Knopfkanülen

Gerade Knopfkanüle

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kanülen sind Knopfkanülen nicht spitz, sondern stumpf. An ihrem vorderen Ende befindet sich eine Art Kugel mit einer Austrittsöffnung für die zu applizierende Flüssigkeit. Knopfkanülen werden in der Regel zur Wundspülung verwendet. Sie kommen häufig in der Zahnmedizin zum Einsatz, eignen sich aber auch zum postoperativen Spülen in allen anderen Fachrichtungen. Knopfkanülen sind im Gegensatz zu fast allen anderen Kanülen wiederverwendbar. Sie bestehen komplett aus Metall und können daher desinfiziert, gereinigt und sterilisiert werden. Knopfkanülen können unterschiedliche Formen haben – in der Regel sind sie entweder gerade oder gebogen.

Kanülen in Sonderformen

Strausskanülen in verschiedenen Größen

Zu den Kanülen in Sonderformen zählen z.B. die Dentalkanülen, die Straußkanülen und die Ultradünnwandkanülen. Dentalkanülen sind, wie der Name schon sagt, besonders für die Verwendung in der Zahnheilkunde geeignet. Die stumpfen Ultradünnwandkanülen können auch in der Zahnheilkunde oder in der Augenheilkunde zur Anwendung kommen. Straußkanülen sind Spezialkanülen, die in der Regel für die Venenpunktion bei Aderlässen verwendet werden. Bei allen genannten Kanülen handelt es sich um Einwegkanülen, die nach der Anwendung entsorgt werden.

 

Viele der oben genannten Kanülen sind mittlerweile als so genannte Sicherheitskanülen erhältlich. Sicherheitskanülen sind mit einem Mechanismus ausgestattet, der Nadelstichverletzungen verhindern soll.

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Apr 24

EinmalspritzenFür das tägliche Spritzen und zur Punktion werden in der Tiermedizin Einmalspritzen verwendet, die aus hygienischen Gründen gleich nach der einmaligen Verwendung entsorgt werden. Einmalspritzen sind 2-3 teilige Spritzen aus Kunststoff, die nach der Herstellung einzeln steril eingesiegelt werden, um eine sterile Injektion zu gewährleisten. 2-teilige Einmalspritzen bestehen aus einem Kolben und einem Zylinder. 3-teilige Einmalspritzen besitzen zusätzlich noch einen Gummistopfen am Kolben, der den Kolbenlauf bremst und die Injektion kleiner Mengen noch genauer werden lässt. Der Zylinder der Einmalspritzen sollte hochtransparent und mit wischfester Skala versehen sein. Je nach Größe der Einmalspritzne passt sich die Skala mit ihren Teilungen an – so haben 1 ml-Spritzen meist eine 0,01 ml-Teilung, während Einmalspritzen mit einem Volumen von 10 ml mit einer Teilung von 1 ml gut angepasst sind. 

Einmalspritzen verfügen über einen genormten Luer-Ansatz, sodass alle Kanülen oder Katheter, etc aufgesteckt werden können. Ausnahmen bilden hier z.B. spezielle Einmalspritzen mit Luer-Lock-Ansatz. Der Ansatz bei Einmalspritzen, ausser bei den Wund- und Blasenspritzen nicht zentral, sondern am unteren Rand des Kolbens angebracht. Auf diese Weise bleibt möglichst wenig Medikament in den Einmalspritzen zurück. 

Einmalspritzen werden in 1, 2, 5, 10, 20 und sogar bis 100 ml mit oder ohne Kanüle hergestellt. 

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Apr 12

Einmalkanülen AnellDie Kanüle besteht aus einer Hohlnadel geringen Durchmessers und einem Kanülenansatz. Je nach Verwendungszweck unterscheiden sich Kanülen stark: 

 

Einmalkanülen

Die Einmalkanüle ist die wohl gebräuchlichste Kanüle und dient der Injektion oder Punktion von Flüssigkeiten. Um die Haut durchdringen zu können werden Einmalkanülen mit einem besonderen Schliff versehen. Der Facetten-Schliff ermöglicht eine nahezu schmerzfreies Eindringen der Einmalkanülen in die Haut und verursacht ein minimales Trauma. Der Luer-Lock-Ansatz der Einmalkanülen ist farblich codiert, was die Unterscheidung in der Praxis stark vereinfacht. Je nach Verwendungszweck – Tier- und Medikamentenart – wählt man zwischen den unterschiedlichen Standard- und Sondergrößen der Einmalkanülen während des Praxisbetriebes meist anhand der Anschlussfarbe. Einmalkanülen werden in den verschiedenen Größen sortenrein in Packungen zu 100 Stück hergestellt. Aus hygienischen Gründen und zur Eliminierung der Gefahr von Krankheitsübertragungen werden Einmalkanülen nach der Herstellung sterilisiert und einzeln steril eingesiegelt. Nach der einmaligen Verwendung sind die Einmalkanülen über einen Kanülensammler zu entsorgen. Eine Sonderform der Einmalkanüle ist die Sicherheitskanüle, mit der Nadelstichverletzungen des Praxispersonals verhindert werden sollen. Die Sicherheitskanüle verfügt über einen Sicherheitsclip, der sich nach der Injektion über die Nadel legt und so eine Verletzung verhindert. 

 

Mehrweg- Injektionskanülen

In der Veterinärmedizin gibt es weiterhin die Mehrwegkanüle. Ähnlich der Einmalkanülen, sind Mehrwegkanülen jedoch stärker und auch der Anschluss ist aus Stahl. Mehrwegkanülen werden hauptsächlich in der Großtierhaltung verwendet und haben einen stärkeren Aufbau, um die feste Haut der Großtiere zu durchdringen. Die Stahlkanülen sind sterilisierbar, werden jedoch oft für Massenimpfungen verwendet. Die Verwendung von Mehrweg-Injektionskanülen wird aufgrund der Möglichkeit zur Krankheitsübertragung nur für die einmalige Injektion empfohlen. Mehrwegkanülen werden in verschiedenen Längen/Durchmessern in Packungen zu 10 Stück hergestellt. 

 

KnopfkanüleKnopfkanülen

Knopfkanülen sind Mehrwegkanülen aus Stahl, die statt einer geschliffenen Spitze, ein Knopfende besitzen, mit dem eine Verletzung der Haut verhindert wird. Die Knopfkanüle ist entweder gerade oder gebogen erhältlich und dient dem Spülen von Abszessen, der Zwangsernährung kleiner Tiere oder dem Einbringen von Flüssigkeiten in Körperhöhlen. Knopfkanülen werden unsteril geliefert und können im Autoklav sterilisiert werden. Knopfkanülen sind einzeln erhältlich.

 

Sonderkanülen

Zu den Sonderkanülen zählen zB die Anell-Kanülen. Anell-Kanülen sind Ultradünnwandkanülen, die für die Augen- und Dentalmedizin verwendet werden. Anell-Kanülen sind ungeschliffen und werden gerade oder gebogen hergestellt. Spinalkanülen sind besonders stabile, lange Kanülen, die zur Injektion von Medikamenten in den Liquor oder zur Entnahme von Nervenwasser aus der Wirbelsäule dienen. 

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Apr 03

Das Infusionsgerät ist ein Hilfsmittel zur Infusionstherapie. In der Veterinärmedizin werden viele Wege genutzt, eine Infusion durchzuführen. Als Erstes unterscheidet man zwischen der subcutanen Infusion und der venösen Infusion. Die subcutane Infusion ist bei wehrhaften Tieren und der ein- /zweimaligen Infusion ohne Notwendigkeit eines venösen Zugangs angezeigt. Die subcutane Infusion erfolgt für gewöhnlich über ein Infusionsgerät und eine Einmalkanüle, deren Verbleib unter der Haut von einer Tierarzthelferin überwacht wird. Je nach Größe des Tieres wird diese Art der Infusion auch über eine Einwegspritze durchgeführt. Beispielsweise kleine Reptilien oder Nager benötigen oft nur wenige Milliliter Flüssigkeit, die über eine Spritze langsam unter die Haut injiziert werden. 

Venöse Infusionen, bei denen die Flüssigkeit direkt in den Blutkreislauf gegeben wird, sollten aus Sicherheitsgründen immer über ein Infusionsgerät durchgeführt werden. Das Infusionsgerät übermittelt dem Tierarzt mehr Bewegungsfreiheit am Tier und die Tropfgeschwindigkeit kann stufenlos eingestellt werden. Bei der Nutzung des Infusionsgeräts besteht nicht die Gefahr durch zuviel Druck eine große Menge Flüssigkeit zu schnell in die Vene zu injizieren. 

 

Aufbau des Infusionsgeräts

Das Infusionsgerät beginnt mit einem  Einstechdorn – meist aus Kunststoff,  in seltenen Fällen auch aus Stahl – der in den Infusionsbehälter eingestochen wird. An den Einstechdorn direkt angeschlossen befindet sich die Tropfkammer mit Belüftung. Die Tropfkammer sollte  hochtransparent sein, damit die Tropfgeschwindigkeit klar erkennbar ist. Der Infusionsleitung aus transparentem Kunststoff angehängt ist der Durchflussregler, der die Tropfgeschwindigkeit meist über ein Kunststoffrad regelt. Am Ende des durchschnittlich 1,80 m langen Infusionsschlauchs befindet sich der Konnektor. Der Konnektor ist meist nach dem Luer-Lock-System hergestellt und dient dem Anschluss des Infusionsgeräts an den venösen Zugang oder die Kanüle. 

 

Jedes Infusionsgerät wird nach dem Herstellungsprozess sterilisiert und einzeln eingesiegelt. Im Aufbau sind die Infusionsgeräte durchweg ähnlich und unterscheiden sich je nach Hersteller in nur wenigen Details: 

 

Infusionsgerät Asid BonzInfusionsgerät Asid Bonz

Dieses Infusionsgerät der Firma Asid Bonz verfügt über einen Infusionsregler, bei dem die Tropfgeschwindigkeit präzise zwischen 5ml/h und 250 ml/h ausgeswählt werden kann. Das 150 cm lange Infusionsgerät verfügt zudem über eine nadelfreie Zuspritzmöglichkeit, über die während einer Infusion, beispielsweise in der Narkose, weitere Medikamente zugespritzt werden können. 

 

 

Infusionsgerät B. BraunInfusionsgerät Intrafix B. Braun

Das Infusionsgerät Intrafix ist ein Standard-Besteck, das jedoch über eine einzigartige Filtermembran verfügt, die den Eintritt von Luft in den Infusionsschlauch verhindert, über einen sehr scharfen Einstechdorn, sowie über die Möglichkeit, einen Infusionspumpen-Tropfensensor anzuschließen, verfügt. 

 

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Mrz 04

Der Stauschlauch in der Tiermedizin

 

Prämeta Stauschlauch

Der Stauschlauch wird in der Tiermedizin zum Stauen der Blutgefäße vor einer Blutentnahme oder einer intravenösen Injektion verwendet. Der Stauschlauch bewirkt durch die Stauung des Blutes ein Anschwellen des Blutgefäßes, wodurch das Einstechen der Kanüle in die unter dem Fell liegende Vene vereinfacht wird und der Rückfluss des Blutes verhindert wird. Bei Hunden und Katzen findet die Blutentnahme bevorzugt am Vorderarm statt, der Stauschlauch wird hierfür über dem Ellenbogen angelegt. 

 

Aufbau

Der Stauschlauch besteht meist aus einem 1-2 cm breiten Band und einem Kunststoffverschluss. Im Optimalfall ist der Stauschlauch nach der erfolgten Blutentnahme mit einer Hand zu lösen und leicht abzustreifen. Bei der Blutentnahme ist der Stauschlauch bereits vor der Entfernung der Kanüle zu lösen, da sonst durch den vorhanden Druck bei Herausziehen der Kanüle eine Blutung, sowie die Entstehung eines Hämtoms einsetzt. Bei der intravenösen Injektion ist der Stau zu lösen, sobald die Kanüle richtig sitzt, denn eine Injektion gegen den Stauschlauch ist nicht möglich. Den Stauschlauch gibt es zur Auflockerung des Patientenbesitzers in vielen bunten Farben, sowie mit fröhlichen Mustern. 

 

Stauchschlauch für Großtiere: StauketteMaterialien

In der Kleintiermedizin werden als Stauschlauch elastische Stoffbänder in Verbindung mit einem leicht bedienbaren Kunststoffverschluss bevorzugt. Eine weitere Variante Stauschlauch ist der Stripp-Quick Stauschlauch: der Stripp-Quick Stauschlauch besteht aus einer runden Gummikordel, verbunden mit einer Metallschließe. Die etwas dünnere Gummikordel eignet sich auch zur Stauung der Blutgefäße kleinerer Tiere. 

In der Großtiermedizin hingegen werden als Stauschlauch die stabilen Stauketten verwendet. Die Kette verfügt über ausreichend Kraft, um bei Tieren wie Pferden oder Kühen angelegt zu werden. 

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Jan 11

Sicherheit in der TierarztpraxisIn nahezu jedem Raum einer Tierarztpraxis, ja sogar im Auto des Veterinärs und im Arztkoffer sollte man ihn finden: den Kanülensammler. Kanülensammler sind Sicherheitsbehälter zur Entsorgung potentiell gefährlicher – also spitzer, scharfer oder infektiöser Materialien wie Einmalkanülen, geöffnete Ampullen oder Skalpellklingen. In den meisten Fällen sind sie aus gelbem Kunststoff mit rotem Kunststoffdeckel.

Um wirklich sicher zu sein, muss ein Kanülensammler verschiedene Eigenschaften aufweisen: 

  • Durchstechsicherheit: aufgrund des spitzen, scharfen Inhalts muss der Kanülensammler absolut durchstechsicher sein. 
  • Flüssigkeitsdichtigkeit: auch infektiöses Material wie blutige Kanülen oder gebrauchte Skalpellklingen werden im Kanülensammler entsorgt. Um ein Auslaufen der eventuell vorhandenen Flüssigkeiten zu verhindern, muss die Kanülenabwurfbox dicht sein. 
  • ausreichende Größe: um eine Stichverletzung zu verhindern ist es besonders wichtig, auf die passende Größe des Kanülensammlers zu achten. Den großen Bedarf von Kliniken decken spezielle Sammler mit 3-5 Litern Volumen, für die Arzttasche gibt es kleine Kanülensammler mit nur 150 ml Volumen. Ebenso wichtig ist die rechtzeitige Entsorgung des Kanülensammlers wenn dieser bis zur Markierungslinie befüllt ist, um ein Herrausragen von gebrauchten Kanülen und damit verbundene Verletzungen oder Übertragungen zu verhindern. 
  • Standsicherheit
  • geeignetes Verschlusssystem: der Verschluss eines Kanülensammlers muss so gestaltet sein, dass der Deckel offenstehen kann, nach Gebrauch temporär verschließbar ist und für die endgültige Entsorgung irreversibel verschlossen werden kann. 
  • geeignete Kanülenaufnahme: die Öffnung im Deckel des Sicherheitsbehälters sollte Schlitze unterschiedlicher Größen besitzen, die ein einhändiges Abstreifen von auf Einmalspritzen gesteckten Kanülen ermöglicht und das Praxispersonal vor Stichverletzungen durch umherliegende Spritzen schützt. 
KanülensammlerBei der Entsorgung von Kanülensammlern ist darauf zu achten, dass dieser sicher verschlossen ist. Die Entsorgung erfolgt dann nach maximaler Befüllung und Verschluss entsprechend den geltenden Richtlinien. 
Kanülensammler werden in allen medizinischen Sparten verwendet: in Arztpraxen, Tierarztpraxen, Kliniken, beim Rettungsdienst oder bei Heilpraktikern. Entsorgt werden über den Kanülensammler lediglich Kanülen, Skalpellklingen oder gebrauchte Ampullen – fälschliches Entsorgen von Tupfern, Spritzen oder blutigen Wundauflagen hat eine vorschnelle Befüllung zur Folge und ist nicht notwendig. 
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Jan 05

Mit dem Stauschlauch leichter Blut abnehmen

StauschlauchBlutentnahmen gehören zum Berufsalltag in vielen Arztpraxen und Krankenhäusern. Durch die Entnahme und Untersuchung von Blutproben können wichtige Rückschlüsse auf Erkrankungen gezogen werden. Bei der Blutentnahme wird aus einer Vene (meist eine der Venen, die an der Ellenbeuge verlaufen) Blut mit Hilfe einer Kanüle und eines Blutentnahmeröhrchens entnommen. Um die Vene korrekt punktieren zu können, muss sie gestaut werden. Dies geschieht in der Regel mit Hilfe eines so genannten Stauschlauchs. Der Stauschlauch, auch Venenstauer genannt, besteht aus einem ca. 2cm breiten Textilband und einer speziellen Schließe. Das Textilband des Stauschlauchs ist elastisch, so dass der Druck gut reguliert werden kann. Die Schließe besteht aus Kunststoff oder Metall. Der Stauschlauch wird vor der Blutentnahme um den Arm des Patienten gelegt, geschlossen und festgezogen. Dadurch wird der Rückfluss des venösen Blutes unterbunden, wodurch die Venen anschwillen und deutlich tastbar – manchmal auch sichtbar – werden. Das Ertasten und Punktieren der Vene wird durch die Verwendung eines Stauschlauchs wesentlich erleichtert. Nach dem Ende der Blutentnahme wird der Stauschlauch vorsichtig wieder gelöst und entfernt. Die meisten Stauschläuche ermöglichen eine sehr dosierte Stauung und Entstauung.

Da der Stauschlauch bei der Blutentnahme unter Umständen mit potentiell infektiösem Blut in Berührung kommen kann, ist es wichtig, dass er sterilisiert werden kann. Beim Kauf eines Stauschlauchs sollte daher darauf geachtet werden, dass der Stauschlauch für die Behandlung im Sterilisator geeignet ist.

Funktions-StauschlauchFür Kinder stehen spezielle Stauschläuche zur Verfügung, die in Abmessung und Aussehen an die kleinen Patienten angepasst sind. Bei hochwertigen Stauschläuchen ist es mitunter möglich, das Textilband auszutauschen, während die Schließe wiederverwendet wird. So wird nicht nur Geld, sondern auch Abfall gespart und die Umwelt geschont.

Prämeta, ein bekannter Hersteller von hochwertigen Stauschläuchen, bietet mit seinem Funktions-Stauschlauch eine interessante Alternative zu herkömmlichen Venenstauern. Der Stauschlauch sorgt dafür, dass die Vene sich in einem optimalen Maße mit Blut füllt, ohne den Blutfluß zu behindern. Deswegen eignet sich der Funktions-Stauschlauch auch hervorragend zur intravenösen Gabe von Injektionen.

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