Einwegspritzen sind, wie der Name schon sagt, Spritzen, die nur ein einziges Mal für Injektionen oder das Abziehen von Sekreten verwendet werden. Injektionen, Punktionen oder das Ab- und Aufziehen von Körperflüssigkeiten erfordert absolute Sterilität, um Proben bei ihrer Sammlung nicht zu verfälschen und um bei Injektionen keine Keime in die Einstichwunde zu bringen. Unter dem Begriff “Spritzenabszess” kennt man im allgemeinen eine Erkrankung, ausgelöst durch die Injektion von Medikamenten über keimbelastete Einwegspritzen oder Einmalkanülen. Diese Abszesse sind je nach Erkrankungsgrad schwierig zu behandeln und können durch hygienisches Arbeiten und die einmalige Verwendung von Einwegspritzen verhindert werden.
Um jedem Bedarf gerecht zu werden, gibt es Einwegspritzen in verschiedenen Volumina. Speziell für Diabetiker sind Diabetesspritzen – Einwegspritzen mit einem Volumen von nur einem ml und unterteilt in Einheiten oder sehr kleine Teilungen erhältlich. Diese werden meist mit Kanüle hergestellt – 1 ml Einwegspritzen gibt es jedoch auch ohne Kanülen und eignen sich besonders zur Nachdosierung von Narkosen oder der Injektion von Medikamenten bei sehr kleinen Tieren. Die gebräuchlichste unter den Einwegspritzen ist die 2 ml-Spritze. Da sie für fast alle Tierarten einer Kleintierpraxis ausreichend ist, wird sie mit der 5 ml-Spritze am häufigsten verwendet. Für Euthanasien, Infusionen per Spritze oder die Behandlung von Großtieren werden Einwegspritzen auch in 10, 20 und teilweise mehr ml hergestellt.
Einwegspritzen unterscheidet man unter anderem nach ihrem Aufbau. 2-teilige Einwegspritzen besitzen einen Kolben, sowie einen Zylinder. Sie sind etwas günstiger und reichen für einen Großteil der Injektionen aus. 3-teilige Einwegspritzen besitzen zusätzlich noch einen Gummistopfen am Kolben, der diesen bremst und für eine langsame, genau dosierte Injektion, zum Beispiel bei intravenösen Injektionen, sorgt.
Zur Wahrung der Hygienevorschriften einer Tierarztpraxis wurden alle Einwegspritzen nach der Herstellung sterilisiert und einzeln steril eingesiegelt. Dies ermöglicht ihre Verwendung bei Operationen – zB zum Absaugen kleiner Flüssigkeitsmengen oder zum Benetzen des OP-Feldes mit physiologischer Kochsalzlösung. Bei Punktionen des Bauchraumes, so zB zur Diagnose von FIP bei der Katze, punktieren Einwegspritzen von außen die Bauchhöhle – möglichst keimfreies Arbeiten ist hier ein Muss!
Ein letztes Auswahlkriterium zur Wahl geeigneter Einwegspritzen ist der Zylinder. Für eine objektive Beurteilung und Kontrolle des Inhalts der Einwegspritze muss der Zylinder hochdurchsichtig sein und eine wischfeste, gut lesbare Skala aufweisen.








