Feb 28
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Laryngoskop SetDas Laryngoskop ist ein Gerät zur Betrachtung des Kehlkopfes. In der Tiermedizin wird das Laryngoskop (Larynx = Kehlkopf, skopein = betrachten) hauptsächlich in Spatelform als Intubationslaryngsokop verwendet. 

Intubation bedeutet, etwas in eine Körperhöhle einzuführen – in der Tiermedizin wird darunter verstanden, eine Hohlsonde – auch Endotrachealtubus genannt – über ein Laryngoskop in die Luftröhre einzuführen, um diese zu stabilisieren und die Möglichkeit einzuräumen, Luft, Sauerstoff, gasförmiges Narkosemittel oder Notfallmedikamente in flüssiger Form direkt in die Lunge zu geben. 

Das Laryngoskop wird bei der Intubation verwendet, um den Zungengrund hinunter zu drücken, und die Trachea vom Kehldeckel zu befreien. Der Kehldeckel dient dazu, beim Atmen die Speiseröhre, und beim Essen die Luftröhre zu verschliessen, damit keine Flüssigkeiten oder Essensreste in die Luftröhre und im weiteren Verlauf eventuell in die Lunge gelangen. Laryngoskope sind meist batteriebetrieben oder aufladbar und verfügen über eine Beleuchtung, die den Rachenraum erhellt. Der Spatel des Laryngoskops ermöglicht über eine Schiene ein Hineingleiten des Tubus in die Trachea. Nach dem Einschieben des Tubus wird die Manschette zur Sicherung des Sitzes noch auf dem Laryngoskop mit einer Einwegspritze aufgeblasen. Die Manschette verhindert ein Aushusten oder Herausfallen des Tubus. Um sicherzustellen, dass der Tubus in der Trachea und nicht versehentlich im Ösophagus sitzt, wird die Auskultation mit einem Stethoskop angewendet. Sitzt der Tubus richtig, wird er mit einer Mullbinde am Maulkeil zusätzlich fixiert und das Laryngoskop entfernt. Wird mit einem Laryngoskop intubiert, sitzt der Tubus meist automatisch richtig. Bei der Intubation ohne Laryngoskop werden durch Fehlversuche Kehldeckel und Trachea stark gereizt, was eine korrekte Intubation verhindern kann. 

Intubiert werden Tiere bei jeder längerandauernden Narkose, um bei einem eventuellen Narkosezwischenfall beatmen zu können, oder um notfalls Medikamente, wie Adrenalin bei einem Herzstillstand, über den Tubus in die Lunge geben zu können. Bei längeren Narkosen wird nach der injizierten Einleitungsnarkose, das Inhalationsnarkosegerät zur Weiterführung der Narkose mit Gas, an den Konnektor des Tubus angeschlossen.  Brachycephale Rassen neigen gerade in der Narkose durch die Fehlbildungen des gesamten Kopfes zu einem Kehlkopf- oder Trachealkollaps. Um diesen Zwischenfall zu vermeiden, sollte die Trachea eines narkotisierten Brachycephalen (Kurzköpfigen, wie Mops oder Perserkatze) in jeder Narkose durch einen Tubus gestützt werden. 

Das Laryngoskop gibt es in vielen Ausführungen – Laryngoskope aus Metall oder Kunststoff, sowie Laryngoskope für den Einmal- oder Dauergebrauch. Das Laryngoskop muss in jeder Praxis in unterschiedlichen Größen vorhanden sein. Speziell für Notfälle – zur Mitnahme im Rettungswagen oder im Auto des mobilen Veterinärs – gibt es fertiggestellte Laryngoskop -Sets. 

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