Dez 09
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Jeder kann Leben retten – mit einem AED

Automatisierter, externer DefibrillatorDer plötzliche Herztod kommt aus heiterem Himmel und trifft meist Personen, die eigentlich dachten, sie seien herzgesund. Mit 100.000 bis 150.000 Todesfällen im Jahr stellt der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt dar. Eine richtig durchgeführte Erste Hilfe kann den Patienten retten – wenn sie schnell genug durchgeführt wird. Die Überlebenschance ist in den ersten Minuten noch relativ hoch, sinkt aber rapide ab, je länger lebensrettende Sofortmaßnahmen ausbleiben. In den meisten Fällen tritt ein Kammerflimmern ein, bei dem eine Defibrillation die effektivste Möglichkeit ist, wieder einen normalen Herzrhythmus zu erreichen. Defibrillatoren können allerdings nur von ausgebildetem medizinischem Personal bedient werden und sind darüber hinaus in den entscheidenden Minuten meist nicht vor Ort. Aus diesem Grund wurden die automatisierten, externen Defibrillatoren entwickelt. Ein automatisierter, externer Defibrillator, kurz AED oder Laiendefibrillator, ist ein medizinisches Gerät, das nicht nur in der Lage ist, zu erkennen, wann eine Defibrillation notwendig ist und diese abgibt, sondern auch den Ersthelfer bei der Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) unterstützt. Der AED ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich, ein wichtiger Bestandteil des AED ist jedoch eine akustische, visuelle oder gemischte Form der Anweisung, die es selbst Laienhelfern ermöglicht, eine korrekte HLW durchzuführen und bei Bedarf einen lebensrettenden Defibrillationsschock abzugeben.

Automatisierter, externer DefibrillatorNach dem Einschalten des AED wird dieser den Ersthelfer auffordern, dem Patienten die Elektroden anzulegen, damit der automatisierte, externe Defibrillator ein EKG ableiten kann, um zu prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind. Bei den meisten AEDs werden 2 Elektroden angebracht – eine unter der linken Achsel, die andere unter dem rechten Schlüsselbein. Es gibt allerdings auch AEDs, die mit nur einer Defibrillationselektrode arbeiten. Bei der Anlage der Defibrillations-Elektroden bei Kindern unter 8 Jahren muss darauf geachtet werden, dass die Position der Elektroden sich von der bei Jugendlichen oder Erwachsenen unterscheidet. Viele AEDs erkennen automatisch, ob Erwachsenen- oder Kinder-Elektroden eingesteckt werden und regeln die Energie bei der Schockabgabe entsprechend herunter. Nach dem Anlegen der Elektroden zeichnet der AED selbstständig ein EKG auf. Der AED entscheidet aufgrund der EKG-Kurve ob eine Defibrillation notwendig ist oder nicht. Wenn keine Defibrillation notwendig ist, empfiehlt der Defibrillator die Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Viele AEDs unterstützen den Ersthelfer bei der Herzdruckmassage durch ein Metronom oder durch die Kontrolle der Kompressionstiefe und -frequenz. Es gibt auch AED Defibrillatoren, die den Anwender durch kleine Videosequenzen unterstützen, in denen eine korrekte Herzdruckmassage gezeigt wird. Zwischendurch wird vom AED immer wieder die EKG-Kurve geprüft. Falls sich der Befund ändert und eine Defibrillation notwendig ist, fordert der AED den Ersthelfer auf, vom Patienten zurückzutreten, ihn nicht mehr zu berühren und den Defibrillationsschock auszulösen. Auch nach der Abgabe des Defibrillationsschocks wird wieder das EKG kontrolliert, je nach Situation kann entweder ein zweiter Schock empfohlen werden, oder der Ersthelfer wird dazu aufgefordert, mit der HLW fortzufahren.

Durch die einfache Bedienbarkeit und die risikofreie Anwendung des AED erleichtert das Gerät die Erste Hilfe und ermöglicht es auch Laienhelfern, eine lebensrettende Defibrillation durchzuführen. Der automatisierte, externe Defibrillator schützt allerdings auch den Patienten, indem er die Abgabe eines unnötigen Defibrillationsschocks verhindert. Die Funktion „Schockabgabe“ wird nämlich nur dann freigeschaltet, wenn auch wirklich eine Defibrillation notwendig ist.

Selbstverständlich kann die Defibrillation mit einem AED auch von einem professionellem Helfer, wie z.B. einem Rettungssanitäter durchgeführt werden. Viele Krankenwagen sind mit AEDs ausgerüstet, und auch auf vielen Bahnhöfen, Flughäfen und in diversen öffentlichen Gebäuden sind automatisierte, externe Defibrillatoren zu finden.

AED DefibrillatorFür die Aufbewahrung des AED in öffentlichen Gebäuden, an Bahnhöfen, Flüghäfen und auf öffentlichen Plätzen empfiehlt es sich, spezielle Schränke zu verwenden, die beim Öffnen einen Alarmton abgeben. Dadurch werden automatisch umstehende Personen auf die Notfallsituation aufmerksam gemacht und können ebenfalls zur Ersten Hilfe beitragen.

Um eine ständige Einsatzbereitschaft sicherzustellen führen AEDs in der Regel selbstständig tägliche Selbsttests durch und melden visuell und/oder akustisch, wenn eine Fehlfunktion vorliegt. Automatisierte, externe Defibrillatoren verfügen darüber hinaus über spezielle Batterien, die eine Standby-Zeit von meist mehreren Jahren ermöglichen. Dadurch ist die Vorhaltung eines AED besonders wirtschaftlich.

Um Hilfsorganisationen, Krankenhäusern und Arbeitgebern, wie z.B. den Flughafen-Betreibern, die Ausbildung ihres Personals im Umgang mit dem AED zu ermöglichen, gibt es spezielle AED-Trainingsgeräte, mit denen verschiedene Notfall-Szenarien durchgespielt werden können.

AED LifeLine View DefibrillatorBekannte AEDs sind z.B. der AED 10 von Welch Allyn oder der AED LifeLine von Defibtech. Die Weiterentwicklung des AED LifeLine – der AED LifeLine View ist mit einem Display ausgerüstet, auf dem der Anwender in Video-Sequenzen die einzelnen Schritte des Wiederbelebungs- und Defibrillationsvorgangs sehen kann. Dadurch wird die Wiederbelebung zusätzlich erleichtert.

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