Apr 20

PfotenverbandEine häufige Ursache für den Tierarztbesuch ist bei Hunden eine Verletzung der Pfote. Durch Müll auf den Spazierwegen oder im Flussbett, zu wildes Spiel oder ungeeignete Spazierwege reißen Krallen ab, schneiden Ballen ein oder wird die Zwischenzehen-Haut verletzt. Auch Parasitenbefall (z.B. Herbstgrasmilben) und darauffolgendes Belecken des Zwischenzehenbereichs erfordert einen Pfotenverband

Der Pfotenverband gehört zwar zur täglichen Aufgabe in der Tierarztpraxis, dennoch sind bestimmte Techniken zu beachten und Wert auf die Qualität der verwendeten Materialien zu legen!

 

Die Wundversorgung

 

Je nach Grund für den Verband wird die Wunde versorgt. Abgerissene Krallen werden verödet, offene Wunden mit einem Wundgel, wie z.B. Octenivet von Schülke behandelt. Zum Schutz der Wunde wird sie mit einer Mullkompresse bedeckt.

 

Die Polsterung

 

Um die Pfote vor zuviel Druck zu schützen und um Wundsekret bei infizierten Wunden aufzufangen, besteht die erste Schicht des Pfotenverbandes aus einer Lage Polsterwatte. Ein kleiner Teil der Polsterwatte wird in kleine Stücke gezupft, welche zwischen die Zehen gelegt werden, um den empfindlichen Zwischenzehenraum vor Druckstellen oder starken Reibungen zu schützen. 

Bitte niemals die Zehenschoner vergessen!

Ausgehend von der Pfotenoberseite wird die Polsterwatte mit sachtem Zug um die Pfote abgewickelt, ohne dass Areale ausgespart werden. Die Polsterwatte sollte bis über das „Handgelenk“ des Hundes gerollt werden, da ein Abrutschen des Pfotenverbandes sonst kaum abzuwenden wäre. 

Polsterwatte besteht aus Synthetik oder Baumwolle und ist als Rolle in verschiedenen Breiten in Anlehnung an die Breiten der Fixierbinden erhältlich. Meist wird die Polsterwatte zwar unsteril hergestellt und vertrieben, kann aber problemlos sterilisiert werden. Binden aus Polsterwatte sind von Hand abreißbar und in einer Größe erhältlich, die ein einhändiges Abwickeln ermöglicht. 

 

kohäsive Fixierbinden f. PfotenverbandDas Obermaterial 

 

Als Obermaterial des Pfotenverbandes wird bei Wundverbänden die Mull- oder Fixierbinde verwendet. Die Mull- oder Fixierbinde wird ebenso wie die Polsterwatte mit moderatem Zug bis mindestens über das Handgelenkt gerollt. Fixierbinden sind  meist elastische, oft selbsthaftende Binden in bunten Farben, mit oder ohne Muster und in verschiedenen Breiten. Kohäsive (selbsthaftende) Fixierbinden verfügen über eine Oberflächenstruktur, aus der eine Lagenhaftung resultiert. Die Fixierbinde haftet also Lage auf Lage aufeinander, nicht jedoch an Fell oder Haut. Die Stabilität und der Halt des Pfotenverbandes werden durch die Fixierbinde enorm erhöht, während die mittlerweile in den Schatten getretene Mullbinde  längst nicht so stabil sitzt. 

Kohäsive Fixierbinden müssen nicht mehr fixiert werden, das Verbandende haftet sicher auf dem übrigen Verband. Fixierbinden sind von Hand abreißbar, leicht abzurollen und als Highlight für empfindliche Hunde zusätzlich mit einem Bitterstoff versehen erhältlich. Die Bitterstoff- Fixierbinden hindern Hunde daran, den Verband durch Belecken und Benagen zu entfernen. 

 

Je nach Verbandart wird der Pfotenverband zusätzlich durch Krepppapier, Cast, Schienen oder Salbenkompressen ergänzt. Wichtig ist, den Pfotenverband vor Nässe zu schützen und ihn bei Durchfeuchtung sofort auszuwechseln. Die üblichen Wechselintervalle werden von dem behandelnden Tierarzt festgelegt. 

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