Dez 16

Urinteststreifen geben schnellen Aufschluss über verschiedene Erkrankungen

LaboruntersuchungDie Labor-Untersuchungen, die in der Arztpraxis sofort ausgeführt werden können, machen nur einen Bruchteil der Untersuchungen aus, die durchgeführt werden können. Die meisten Urin-, Stuhl- und Blutproben werden in ein professionelles, ärztliches Labor eingeschickt und dort untersucht. Eine der Untersuchungen, die in der Arztpraxis sofort durchgeführt werden können, ist die Urinuntersuchung mit Hilfe von Urinteststreifen.

Der Urinteststreifen ist ein Kunststoff-Streifen, auf dem sich verschiedene Testzonen befinden. Die Testzone besteht in der Regel aus mehreren Schichten, z.B. einer Reaktionsschicht und einer Absorptionsschicht. Der mehrschichtige Aufbau der Urinteststreifen sorgt dafür, dass überschüssiger Urin nicht zu anderen Reaktionsfeldern läuft, sondern von der Testzone absorbiert wird. Die meisten Hersteller bieten Urinteststreifen mit verschiedenen Testkombinationen an. So kann der Anwender je nach Beschwerdebild den passenden Urinteststreifen mit den entsprechend benötigten Testfeldern auswählen. Der Urinteststreifen ist so aufgebaut, dass er in den Urinbecher getaucht werden kann, ohne dass der Anwender dabei selbst mit dem Urin in Berührung kommt. Dies ist durch einen langen Griffbereich möglich. Die Testzonen befinden sich weiter unten am Urinteststreifen und liegen nahe beieinander.

UrinbecherDie Urinteststreifen befinden sich in einem Kunststoff-Röhrchen, aus dem sie einzeln entnommen werden können. Meist ist im Deckel des Spender-Röhrchens eine Trockensubstanz enthalten, die dafür sorgt, dass die Urinteststreifen keine Feuchtigkeit ziehen und lange gelagert werden können. Für die Durchführung des Urintests wird normalerweise frischer Mittelstrahl-Urin verwendet, der in einem speziellen Uringefäß aufgefangen wird. Der Urinteststreifen wird aus dem Spender-Röhrchen entnommen und – je nach Herstellerangaben – ca. 2 Sekunden in den Urin eingetaucht. Die Testzonen saugen sich mit Urin voll und die chemische Reaktion beginnt. Während der Entwicklungszeit von 1-2 Minuten reagieren die in den Testzonen befindlichen Substanzen mit den im Urin enthaltenen Stoffen (oder eben nicht). Die Testergebnisse sind durch eine Farbänderung sichtbar. Auf der Rückseite des Spender-Röhrchens befindet sich eine Farbskala, auf der die Farben der einzelnen Testzonen einem bestimmten Testergebnis zugeordnet sind. Zum Ablesen der Werte wird der Urinteststreifen einfach neben die Farbskala gehalten und die Werte abgelesen.

Nach der Dokumentation der Testergebnisse wird der Teststreifen sicher entsorgt.

Häufig wird in der Praxis ein Urinteststreifen verwendet, der eine möglichst umfassende Auskunft über den Urinstatus des Patienten gibt. Hier bieten sich 9er oder 10er Testkombinationen an. Folgende Urinparameter werden häufig bestimmt:

  • Erythrozyten
  • Leukozyten
  • Glucose
  • Microalbumin
  • Bilirubin
  • pH-Wert
  • Nitrit
  • Spezifisches Gewicht
  • Keton
  • Urobilinogen 

UrinteststreifenDer Urintest mit einem Urinteststreifen wird unter anderem als Standard-Untersuchungsverfahren bei Check-Ups verwendet. Er kann aber auch bei einem konkreten Verdacht – z.B. auf eine Harnwegsinfektion oder eine Nierenerkrankung – eingesetzt werden. Gelegentlich wird bei solchen Untersuchungen als Zufallsbefund der Diabetes mellitus entdeckt.

Der Urinteststreifen ist eine hervorragende Methode um eine primäre, richtungsweisende Diagnostik durchzuführen. Allerdings liefert der Urinteststreifen keine präzisen, quantitativen Ergebnisse, so dass gegebenenfalls eine Laboruntersuchung im Anschluss durchgeführt werden muss.

Trotzdem sind Urinteststreifen wichtige Schnelltests, die z.B. bei der Diagnostik von Harnwegsinfekten sehr gute Dienste leisten.

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