Mrz 15

PraxisdienstDiabetes mellitus ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen in Deutschland. Da der Diabetes an sich keine Beschwerden macht, wird er von vielen auf die leichte Schulter genommen. Allerdings sollte sich jeder Patient, der an Diabetes leidet, darüber bewusst sein, dass ein Diabetes Langzeitschäden verursacht, die zu erheblichen Komplikationen führen können. Der Diabetes mellitus führt zu einer pathologischen Erhöhung des Blutzuckerspiegels, was vor allem die Gefäße schädigt. Undzwar nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Blutgefäße. Daraus resultieren auch die Folgeekrankungen, die sich z.B. in Nierenschäden, Schädigungen des Auges, Nervenschädigungen, Herzinfarkten, Schlaganfällen oder dem diabetischen Fußsyndrom äußern. Die wichtigste Vorsorge ist eine möglichst gute Einstellung des Blutzuckerspiegels. Dies kann durch eine Umstellung der Ernährung und eine Bewegungssteigerung, eine medikamentöse Therapie oder durch Insulingabe erreicht werden. Um sicherzustellen, dass nicht nur der Blutzuckerspiegel, sondern auch alle anderen relevanten Blutwerte (Blutfette, Nierenwerte, Leberwerte) im Normalbereich sind, sollte bei allen Patienten, die an einem Diabetes mellitus leiden, eine regelmäßige Laboruntersuchung erfolgen. Darüber hinaus gehört zur diabetologischen Standard-Untersuchung immer auch die körperliche Untersuchung, die in jedem Fall eine Sensibilitätsprüfung der Füße umfassen sollte, um einem diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen.

Die Sensibilitätsprüfung der Füße erfolgt mit speziellen diagnostischen Instrumenten und dient dazu festzustellen, ob der Patient noch in ausreichendem Maße auf die Reize Temperatur, Druck und Vibration reagiert.

Folgende diagnostische Instrumente werden zur Sensibilitätsprüfung bei Menschen mit Diabetes eingesetzt:

Die Stimmgabel

Stimmgabel nach Rydel-SeifferDie sogenannte Stimmgabel ist ein Instrument, das das Vibrationsempfinden des Patienten prüfen soll. Die Stimmgabel besteht aus Metall und ist wie ein Ypsilon aufgebaut. Die Zinken der Stimmgabel werden in Schwingung versetzt und der Fuß des Instruments auf die zu untersuchende Stelle aufgesetzt. Der Patient muss nun dem Arzt Rückmeldung geben, ob er die Schwingung spüren kann und ab welchem Punkt er die Schwingung nicht mehr wahrnimmt. Die Stimmgabel nach Rydel-Seiffer ist mit einer Skala ausgestattet, anhand derer das Vibrationsempfinden besonders genau abgelesen gemessen werden kann. Mit der Stimmgabel-Untersuchung ist es möglich, eine diabetische Polyneuropathie früh zu erkennen, bzw. den Verlauf einer Polyneuropathie nachzuvollziehen.

Der Tip-Therm

Tip-ThermDer Tip-Therm ist ein kleines Instrument, das wie ein Stift aufgebaut ist. Der Körper des Tip-Therm besteht aus Kunststoff, der Kopf hingegen aus Metall. Durch die physikalischen Eigenschaften von Kunststoff und Metall wirkt die Kunststoffseite für den Patienten wärmer als die Metallseite. Dieser Temperaturunterschied sollte von Patienten mit gut funktionierenden Nerven problemlos erkannt werden. Der Tip-Therm ermöglicht eine Aussage über das Temperaturempfinden des Patienten und gibt dadurch einen wichtigen Anhaltspunkt auf das Vorliegen einer diabetischen Polyneuropathie.

Das Monofilament

MonofilamentDas Monofilament besteht aus einem Plastikgriff an dem ein Kunststoff-Faden befestigt ist. Der Faden knickt bei einer bestimmten Druckbelastung (in der Regel 10g) ab, wodurch ein definierter Druck erzeugt werden kann. Dies ist wichtig, wenn fortlaufende diabetologische Untersuchungen durchgeführt werden und ein Vergleich gezogen werden soll. Das Monofilament ist ein kostengünstiges, aber effektives Instrument, das sehr leicht anzuwenden ist. Auch der Test auf Druckempfindlichkeit mit dem Monofilament ist ein wichtiges Untersuchungsverfahren bei der Diagnostik einer diabetischen Polyneuropathie.

 

Zusammengenommen ist mit diesen 3 diagnostischen Instrumenten eine sehr sichere Polyneuropathie-Diagnostik möglich.

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