Dez 11

Die Hände sind unser wichtigstes Werkzeug. Sie sind den ganzen Tag in Bewegung und kommen bei fast allen unseren Tätigkeiten zum Einsatz. Da die Hände mit allen möglichen Gegenständen in Berührung kommen, sammeln sich an ihnen zwangsläufig auch Bakterien und andere Keime. Das regelmäßige Waschen der Hände reicht im privaten Umfeld aus, um die Keimbelastung der Hände ausreichend zu reduzieren. Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, müssen allerdings andere Maßnahmen ergreifen. Bei Ihnen ist eine Händedesinfektion das einzige Mittel, um zu vermeiden, dass sie Infektionen von Patient zu Patient übertragen.

Unter Händedesinfektion versteht man die Verringerung der Keimzahl der Hände auf ein unbedenkliches Maß mit Hilfe eines Händedesinfektionsmittels. Die Hände eines Menschen haben eine residente Hautflora, welche sie vor pathogenen Keimen schützt. Diese natürliche Hautflora ist nicht schädlich, wird aber von der Händedesinfektion genauso angegriffen wie die transiente Hautflora, welche aus hautfremden Keimen besteht. Die Händedesinfektion richtet sich vor allem gegen diese hautfremden Keime, denn sie sind potentiell pathogen und somit gefärhlich.

Die Händedesinfektion zur Vermeidung von Infektionsübertragungen geht auf Ignaz Semmelweis zurück. Allerdings wurde im Jahre 1847 noch Chlorkalk zur Desinfektion verwendet, während moderne Händedesinfektionsmittel in der Regel alkoholbasiert sind.

Man unterscheidet in der Medizin die hygienische von der chirurgischen Händedesinfektion.

Die hygienische Händedesinfektion ist die gängigere Art der Desinfektion. Sie wird täglich mehrfach durchgeführt – unter anderem vor und nach jedem Patientenkontakt, nach dem Toillettengang und nach dem Kontakt mit potentiell infektiösen Stoffen. Für die hygienische Händedesinfektion werden ca. 2-3 Hübe Händedesinfektionsmittel aus einem Wandspender entnommen und sorgfältig nach einem bestimmten Schema in den Händen verrieben. Die Einwirkzeit kann von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein und richtet sich u.a. nach der Art von Keim, die abgetötet werden soll. Wichtig ist, dass bei der Händedesinfektion auf keinen Fall Ringe, Uhren, Armbänder oder sonstiger Schmuck getragen werden. Das Desinfektionsmittel kann nicht richtig unter den Schmuck gelangen und darunter können sich regelrechte Nistplätze für Keime bilden.

Dies gilt natürlich auch für die chirurgische Händedesinfektion. Die chirurgische Händedesinfektion ist sehr viel gründlicher als die hygienische Händedesinfektion und wird z.B. vor operativen Eingriffen durchgeführt. Das Ziel der chirurgischen Händedesinfektion ist die möglichst vollständige Eliminierung der transienten Hautflora. Für diese Art der Händedesinfektion wird eine viel größere Menge Desinfektionsmittel benötigt und auch die Einwirkzeit ist wesentlich länger als bei der hygienischen Händedesinfektion. Außerdem werden bei der chirurgischen Händedesinfektion nicht nur die Hände, sondern auch die Arme bis hinauf zum Ellenbogen desinfiziert.

Für die Händedesinfektion stehen verschiedene Händedesinfektionsmittel zur Verfügung. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Konsistenz, sondern vor allem in Wirkspektrum und Einwirkzeit. Um eine hygienische Anwendung zu gewährleisten, wird das Händedesinfektionsmittel einem Armhebel-Wandspender oder einem berührungsfreien Desinfektionsmittelspender entnommen.

Da die Händedesinfektion die Haut bei regelmäßiger Verwendung austrocknen kann, ist es wichtig, die Haut durch geeignete Cremes zu pflegen.

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