Feb 17

Stethoskope – ein Überblick

Stethoskop-Kopf Stethoskope sind die wohl meist verwendeten diagnostischen Instrumente überhaupt. Ein Stethoskop darf in keiner Arztpraxis, keinem Hausbesuchskoffer und keinem Rettungswagen fehlen. Stethoskope haben eine besonders wichtige Funktion – sie ermöglichen es dem Arzt Körpergeräusche, wie z.B. den Herzschlag oder Lungengeräusche, zu hören. Jedes Stethoskop ist aus mehreren Teilen aufgebaut. Der Teil des Stethoskops, der auf die Haut des Patienten aufgelegt wird, wird als Stethoskop-Kopf oder Bruststück bezeichnet. Bei einem Stethoskop-Kopf kann man zwischen einem Membran- und einem Trichterbruststück unterscheiden. Während das Trichterbruststück sich eher für die Auskultation von tiefen Frequenzen (Herztöne) eignet, werden mit dem Membran-Bruststück eher höhere Frequenzen auskultiert. Der vom Bruststück aufgefangene Schall wird über den Stethoskop-Schlauch an die Ohrbügel weitergeleitet. Über die Ohrbügel gelangt der Schall dann zum Ohr und somit zum Trommelfell des Arztes. Auf die Ohrbügel sind die so genannten Ohroliven aufgesteckt. Diese Kunststoff-Stöpsel verhindern nicht nur, dass Umgebungsgeräusche die Untersuchung beeinträchtigen, sondern machen die Auskultation mit dem Stethoskop auch für den Arzt angenehmer, da sie im Ohr angenehmer sind als die bloßen Enden des Ohrbügels.

Stethoskope gibt es in sehr vielen verschiedenen Ausführungen. Grundsätzlich wird das akustische vom elektrosnischen Stethoskop unterschieden – allerdings lässt sich das akustische Stethoskop auch wieder in verschiedene Ausführungen unterteilen.

Das akustische Stethoskop

Akustisches StethoskopBei einem akustischen Stethoskop werden die Körpergeräusche ohne Verstärkung auf rein physikalische Weise übertragen. Die akustischen Wellen versetzen das Bruststück in Schwingung. Diese Schwingungen werden über die Luftsäule im Inneren des Schlauches an die Ohrbügel und von dort an das Trommelfell des Untersuchenden weitergegeben. Das Problem bei der Verwendung von akustischen Stethoskopen liegt darin, dass schwache Körpergeräusche nur schlecht auskultiert werden können, bzw. dass es auch in lauter Umgebung schwierig ist, die Geräusche richtig zu hören und zu interpretieren.

Bei den akustischen Stethoskopen kann man verschiedene Ausführungen unterscheiden. Stethoskope mit einem Trichter-Bruststück werden meist als Kardiologie-Stethoskope bezeichnet, da sie vor allem zur Untersuchung des Herzens verwendet werden. Als Doppelkopf-Stethoskope werden Stethoskope bezeichnet, die ein zweiseitiges Bruststück haben. Auf der einen Seite befindet sich ein Trichter, auf der anderen Seite eine Membran. Diese Stethoskope sind besonders flexibel einsetzbar und werden deswegen in Allgemeinarztpraxen und Krankenhäusern besonders gern verwendet. Es gibt auch Stethoskope, die mit einem besonderen Membran-Bruststück ausgestattet sind, dass es ermöglicht durch Änderung des Anpressdrucks verschieden hohe Frequenzen zu auskultieren. Darüber hinaus gibt es noch Besonderheiten, wie z.B. Stethoskope mit Doppelschlauch oder besonders kurzem Schlauch. Außerdem können sich die Ohroliven der Stethoskope weich oder hart sein – häufig können sie, ebenso wie die Membran, auch ausgetauscht werden.

Stethoskope für Babys und Kinder sind in den Abmessungen des Bruststücks auf die kleinen Patienten abgestimmt, unterscheiden sich aber ansonsten nicht von herkömmlichen Stethoskopen.

Das elektronische Stethoskop

Elektronisches StethoskopBei einem elektronischen Stethoskop wird der Schall elektronisch verstärkt, so dass auch schwache Körpergeräusche gut auskultiert werden können. Viele elektronische Stethoskope sind in der Lage, Töne hervorzuheben oder Umgebungsgeräusche auszublenden. Ein weiterer Vorteil elektronischer Stethoskope ist, dass viele in der Lage sind, die auskultierten Töne aufzuzeichnen und an einen Computer zu übertragen. So ist es möglich, Vergleiche zwischen mehreren Untersuchungen zu ziehen. Elektronische Stethoskope werden mit Batterien betrieben und sind in der Regel mit einem Display und Tasten ausgestattet. Der Preis von elektronischen Stethoskopen liegt deutlich höher als der von akustischen Stethoskopen. Dafür ist die Funktionalität allerdings auch entsprechend hoch.

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