Feb 05
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Viele Patienten werden aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen mit einem Blasenkatheter versorgt. Man unterscheidet 2 Arten der Katheterversorgung – die suprapubische und die transurethrale. Bei der suprapubischen Katheterversorgung wird der Blasenkatheter über die Bauchdecke in die Harnblase eingebracht. Der suprapubische Blasenkatheter kommt in der Regel nur bei der längerfristigen Katheterversorgung zur Anwendung. Der transurethrale Blasenkatheter wird über die Harnröhre in die Harnblase eingebracht. Die Infektionsgefahr bei dieser Art der Katheterisierung ist wesentlich höher, so dass der transurethrale Blasenkatheter meist nur zur kurzfristigen Versorgung eingesetzt wird.

Für die Katheterversorgung werden verschiedene medizinische Verbrauchsmaterialien benötigt. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten, für eine Blasenkatheter-Versorgung benötigten urologischen Verbrauchsmaterialien.

BallonkatheterDer Ballonkatheter

Um sicherzustellen, dass der Blasenkatheter nicht aus der Harnblase zurückrutscht, wird häufig ein so genannter Ballonkatheter verwendet. Das Besondere an einem Ballonkatheter ist der kleine, aufblasbare Ballon, der sich an dem Katheterende befindet, das in die Harnblase eingebracht wird. Ballonkatheter sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Zunächst kann man bei einem Ballonkatheter zwischen 2- und 3-Wege-Kathetern unterscheiden. Während der 2-Wege-Katheter ausschließlich zur Harnableitung verwendet wird, kann mit dem 3-Wege-Ballonkatheter die Harnblase auch gespült werden. Je nach verwendetem Material kann der Ballonkatheter entweder bis zu 5 Tage (silikonisiertes Latex) oder bis zu 6 Wochen (Vollsilikon) verwendet werden. Ballonkatheter sind nach ihrer Bauweise benannt – besonders häufig werden Ballonkatheter nach Nelaton oder Tiemann verwendet. Da sich die anatomischen Verhältnisse von Patient zu Patient sehr stark unterscheiden können, kann zwischen Ballonkathetern in einer breiten Auswahl unterschiedlicher Größen gewählt werden.

Der Urinbeutel

Der mit dem Ballonkatheter abgeleitete Urin wird in einem so genannten Urinbeutel aufgefangen. Urinbeutel kann man grundsätzlich in 2 Kategorien aufteilen: die stationären Bettbeutel und die mobilen Beinbeutel.

Bettbeutel Der Bettbeutel

Bei Patienten, die fest im Bett liegen, z.B. nach Operationen, wird zur Harnableitung ein Bettbeutel verwendet. Ein Bettbeutel ist ein Urinbeutel mit besonders großem Volumen, der durch eine spezielle Haltevorrichtung am Krankenbett befestigt werden kann. Meist hat der Bettbeutel ein Fassungsvermögen von 1500 – 2000ml. So genannte geschlossene Urindrainagesysteme können problemlos bis zu 14 Tage lang verwendet werden ohne getauscht werden zu müssen. Der Urin wird aus ihnen einfach mit Hilfe eines Ventils abgelassen. Häufig verfügen die Bettbeutel über eine Urinprobenentnahmestelle, an der frischer Urin aus dem Urinbeutel entnommen werden kann. Dies ist wichtig, damit der Urin regelmäßig untersucht und ein Infekt schnell erkannt werden kann.

BeinbeutelDer Beinbeutel

Für mobile Patienten, die mit einem Blasenkatheter versorgt sind, stehen die so genannten Beinbeutel zur Verfügung. Beinbeutel sind Urinbeutel, die über ein geringeres Fassungsvermögen verfügen, dafür aber so konstruiert sind, dass sie sich angenehm tragen lassen. Dafür haben die Beinbeutel meist eine Beschichtung aus Vliesstoff. Die Tragedauer von Beinbeuteln hängt sehr von der Qualität des Materials ab. Ganz einfache Beinbeutel können lediglich 24 Stunden getragen werden – sehr hochwertige Beinbeutel hingegen haben mitunter eine Tragedauer von bis zu 14 Tagen. Beinbeutel haben ein Fassungsvermögen von 300-750ml und sind mit einem Ablassventil versehen, so dass der Beutel problemlos entleert werden kann.

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